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Mehr Zeit gebraucht als geplant: „Wir rechnen im nächsten Jahr mit den ersten Kunden“
Dr. Jürgen Hofinger, Geschäftsführer der Nanostart-Beteiligung Namos GmbH, im Interview über die aktuellen Entwicklungen bei der Gesellschaft. Zum Interview gelangen Sie hier >>
Quelle: Nanostart Newsletter, Oktober 2011

Eines der eindrucksvollsten Beispiele für nanotechnologische Innovationen ist das Automobil. Nicht zuletzt die diesjährige IAA hat wieder einmal gezeigt, wie rasant dort die Entwicklung in Bereichen wie Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Komfort dank Nanotechnologie fortschreitet. Und das gilt nicht nur für den Betrieb des Autos, sondern auch für die Herstellung.

Die Nanostart-Beteiligung Namos GmbH ist ein Unternehmen, mit einer Technologie zur besseren Umweltverträglichkeit der Katalysatorenproduktion. Wir sprachen mit Dr. Jürgen Hofinger, dem Geschäftsführer des Dresdner Unternehmens.

Herr Hofinger, die von ihnen entwickelte Biotemplating-Technologie spart bei der Herstellung von Autokatalysatoren wertvolle Edelmetalle ein. Wie weit ist die Technologie? Wann werden Sie damit das erste Geld verdienen?

Hofinger: Mit der Biotemplating-Technologie verfolgt die Namos einen grundsätzlich neuen Ansatz zur Steuerung von Prozessen an Oberflächen im Nanometer- und Mikrometermaßstab. Darin liegen die Chancen für eine Sprunginnovation in einer großen Anwendung wie der Fahrzeugkatalyse, selbst wenn diese bereits über Jahrzehnte kontinuierlich optimiert wurde. In der Etablierung einer so neuen Technologieplattform liegen aber ebenso auch die Herausforderungen, die hohen Anforderungen der Industrie zu erfüllen. Und zwar zuverlässig, reproduzierbar und konsistent.

Zwar merkt der Kunde letztlich von der besonders hohen Komplexität der Produkte nichts, die sichere Beherrschung der Materialien in der Entwicklung, die notwendig ist, um diese Reproduzierbarkeit zu erreichen, hat uns aber mehr Zeit gekostet als ursprünglich veranschlagt. Die Zeit war gut investiert, da wir jetzt nicht nur über die verschiedenen Einflüsse Bescheid wissen, sondern auch das Konzept der Edelmetalleinsparung visuell sichtbar machen können.

Da sich die Voraussetzungen am Markt nicht wesentlich geändert haben, können wir damit rechnen, den Markteinstieg bei den ersten Kunden im nächsten Jahr zu erreichen.

Wer werden die ersten Anwender sein, wer sind hier Ihre Verhandlungspartner?

Hofinger: Eine der großen Stärken der Namos-Technologie in der Abgaskatalyse liegt in der Kompatibilität zu herkömmlichen Produktionsverfahren. Unsere Verhandlungspartner sind die sogenannten Beschichter. Es sind spezielle Unternehmen, die den porösen Wabenkörper aus Keramik, das Herz jedes Katalysators, mit den katalytisch aktiven Edelmetallen beschichten.

Etablierte Beschichter können unsere Technologie ohne größere Investitionskosten in ihre Produktion integrieren. Große Unternehmen in diesem Bereich werden aufgrund der Masse von einer leicht erreichbaren Edelmetalleinsparung besonders stark profitieren. Trotzdem wenden wir uns verstärkt auch an kleinere Beschichter, weil wir hier einen schnelleren Markteinstieg sehen. Voraussetzung war bislang jedoch, dass wir in der Entwicklung unsere Hausaufgaben machen.

Unsere Kunden müssen selbst den besonderen Einspareffekt unter ihren eigenen Bedingungen nachvollziehen können.

Arbeiten Sie schon an weiteren Anwendungen der Technologie, zum Beispiel eine Weiterentwicklung im Bereich Katalysator oder Anwendungen in anderen Branchen? Arbeiten Sie vielleicht auch schon an weiteren Technologien?

Hofinger: Ein eher kleines Unternehmen wie die Namos GmbH muss immer auf eine gewisse Fokussierung achten, um sich nicht zu verzetteln. Das gilt besonders für Technologien, die in großen Märkten wie der Autoabgaskatalyse etabliert werden sollen. Unsere Kernkompetenzen liegen einerseits in der Nutzung von moderner Molekularbiologie für die Technik, einem Segment, in dem wir uns zu den weltweiten Pionieren zählen und andererseits in der Entwicklung von Katalysatortechnik für Gase und Flüssigkeiten.

In beiden Kompetenzbereichen gibt es neue Entwicklungen, die wir bereits frühzeitig mit potenziellen Kunden evaluieren und die bereits jetzt herausragende Eigenschaften versprechen.

Vielen Dank Herr Dr. Hofinger.


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