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m kircaVieles treibt die Türkei dabei an, der nächste Stützpunkt für High-Tech-Produkte zu werden
Mehmet Kirca im Interview. Kirca ist ein Kenner der türkischen und europäischen Nanotech-Szene und arbeitet beim Istanbuler Zweig des weltweiten EU-Netzwerks Enterprise Europe Network. >>


Gibt es Zahlen über den künftigen Bedarf an High-Tech-Produkten in der Türkei?

Kirca: Die junge und dynamische Bevölkerung befeuert den Bedarf und die Anwendung von Hightech-Produkten und kurbelt die High-Tech-Industrie der Türkei an. Lokale Player richten ihr Augenmerk auf neue Projekte und Investitionen zusammen mit Weltmarktführern, die bereit sind hierher zu kommen oder schon da sind. Die geographische Bedeutung und die rechtlichen Umstände treiben die Türkei sicherlich dabei voran, der nächste Standort für High-Tech Produkte zu werden. Das wachsende Bruttoinlandsprodukt und die Zielsetzung, zu den zehn größten Volkswirtschaften zu gehören, bieten hervorragende Möglichkeiten für ausländische Investitionen und Förderanreize sind dabei zusätzliche Katalysatoren.

Welche Rolle könnten die ausländischen Unternehmen im türkischen Technologietransfer spielen? Können Sie schon besondere Möglichkeiten nennen?

Kirca: An den Universitäten gibt es viel  vielversprechendes, kommerzialisierungsbereites, geistiges Eigentum. Trotzdem wurde aufgrund des Mangels an Wagniskapital-Fonds, die Unternehmer beim IP-Management leiten können, der gewünschte Erfolg noch nicht erreicht. Im Gegensatz dazu steigt die Teilnahme von türkischen Unternehmen an EU-Projekten vor allem bei Ausschreibungen im Bereich Nanotechnologie rapide an. Dies zeigt, dass es hier große Möglichkeiten für ausländische Unternehmen gibt, die mit EU-Projekten vertraut und auf der Suche nach hochwertigen und gleichzeitig  kostengünstigen Partnern für ihre Projekte sind.

Welche Rolle wird Nanotechnologie im Hinblick auf öffentliche Programme spielen? Welche Arten von Nanotechnologie-Initiativen der Regierung existieren in der Türkei?

Kirca: Derzeit gibt es keine branchenbezogene Klassifizierung von staatlichen Anreizen in der Türkei. Deshalb kann man kein staatliches Förderprogramm nennen, das sich speziell auf Nanotechnologie-Aktivitäten konzentriert. Allerdings gibt es eine große Erwartungshaltung, dass in den kommenden fünf Jahren branchenspezifische, staatliche Finanzierungsprogramme aufgelegt werden.

Wie viele türkische Universitätsinstitute arbeiten nanotechnologisch und wie viele türkische Nanotech-Unternehmen gibt es?

Kirca: Es gibt etwa 140 Universitäten in der Türkei, man kann sagen, dass davon schätzungsweise rund 50 Prozent mit Nanotechnologie zu tun haben. Derzeit liegt in der Türkei die Zahl der Unternehmen, die in der nanotechnologischen Forschung und Produktion tätig sind, noch unter 50. Die Mehrheit dieser Unternehmen sind Start-ups und Kleinstunternehmen.

Vielen Dank Herr Kirca.

Quelle: GTAI Berlin/Enterprise Europe Network der Sabanci Universität Istanbul


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