Wie alles begann

Eine Vision und ihre Verwirklichung

Oft werden die Anfänge der Nanotechnologie auf das Jahr 1959 datiert. Damals entwarf der amerikanische Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman an der Universität Berkeley (USA) im Vortrag mit dem Titel „There's plenty of room at the bottom“ (Ganz unten ist eine Menge Platz) die Vorstellung, Dinge im winzigen Maßstab manipulieren und steuern zu können. Doch tatsächlich fehlten die praktischen Mittel, um die Vision zu verwirklichen. Dies begann sich erst zu ändern, als Heinrich Rohrer und Gerd Binnig vom IBM-Labor in Rüschlikon das Rastertunnelmikroskop erfanden. Dass man mit ihm Atome nicht nur „sehen“, sondern auch gezielt positionieren kann, wurde erstmals 1990 öffentlich in Szene gesetzt – mit 35 Xenon-Atomen, die auf einer Oberfläche zum Namen IBM angeordnet wurden.

Erst Ende der 1990er Jahre haben viele Industriestaaten begonnen, umfangreiche Initiativen zur Förderung der Nanotechnologie zu etablieren. Heute sind derartige Aktivitäten Bestandteil der politischen Programme fast aller Industrienationen: Die Bundesregierung stellt im Rahmen ihrer Hightech-Strategie beispielsweise jährlich rund 400 Millionen Euro für die nanotechnologische Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Auch andere Staaten, allen voran die USA, Russland, Japan und China investieren hohe Summen in die Entwicklung neuer Nanotechnologien. Die Relevanz der Nanotechnologie für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung wurde erkannt. Nun geht es darum ihr Potenzial voll auszuschöpfen und dazu beizutragen, einige der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu bewältigen.

Erfolgreich – und doch erst am Anfang

Auch wenn die Nanotechnologie bereits in unserem Alltag angekommen ist und schon heute viele Konsumprodukte ohne Nanotechnologie nicht mehr konkurrenzfähig wären, steckt sie in mancher Hinsicht trotzdem noch in den Kinderschuhen. Das gilt insbesondere für sehr forschungsintensive Bereiche, wie zum Beispiel die Medizin- oder Pharmaindustrie. Zwar stehen uns hier schon heute Möglichkeiten zur Verfügung, die vor einigen Jahren noch undenkbar schienen. Jedoch schaffen Wissenschaftler aus aller Welt täglich mit Experimenten, Computersimulationen und theoretischen Berechnungen gerade erst die Grundlage für das, was später einmal marktreif werden wird.

Aktionsplanung Nanotechnologie 2015 der Bundesregierung
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nanoDE-Report 2011 des BMBF
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